Das Pleyel Quartett Köln wurde 2004 gegründet.
Das tragende Element der gemeinsamen Arbeit ist die Freude, sich zu viert auf die Reise zu begeben, um jedes einzelne Werk zu erlauschen und immer wieder zu fragen, was es braucht, daß jede Komposition in ihrer Eigenart und ihrer gesamten inhaltlichen Bandbreite hörbar wird.
Nach einer von der Fachpresse hoch gelobten Einspielung der Preußischen Quartette 7-9 von Ignaz Pleyel für cpo folgten unter anderem Auftritte bei der Muziek Biennale Niederrhein, beim WDR-Festival Tage Alter Musik in Herne und beim Niederösterreichischen Musiksommer. 2010 war das Pleyel Quartett mit einem Auftaktkonzert zum Bonner Schumannfest im dortigen Schumannhaus zu hören.
Beim ersten Kölner Fest für Alte Musik wurde das Ensemble ausgewählt, die Sparte der klassisch-romantischen Kammermusik zu präsentieren.
Nach der Aufnahme der Preußischen Quartette 4-6 von Ignaz Pleyel 2009 folgte eine intensive Auseinandersetzung mit der Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts. Louis Spohr und ganz besonders Joseph Joachim waren Inspirationsquelle, Kammermusik von Komponisten wie z.B. Mendelssohn, Burgmüller und Klughardt ganz neu zu betrachten.
Foto: Colin Joy, Köln
Nicholas Selo · Ingeborg Scheerer · Andreas Gerhardus · Milena Schuster
Schon die Wahl des Namens zeigt die Richtung des Quartettes an, Ungehörtes, Unerhörtes, Vergessenes und Verkanntes wieder ins Leben zu bringen:
Ignaz Pleyel (1757-1831) war in seiner Zeit einer der am häufigsten
gespielten Komponisten. Er stand in seiner Popularität Haydn und Mozart
in nichts nach, ja er überbot diese sogar. Zu seinen Lebzeiten wurden über zweitausend Ausgaben seiner Werke von über fünfzig Verlagen in Europa
und Nordamerika herausgebracht. In Veröffentlichungskatalogen von
F.E. Leuckart für die Jahre 1787 bis 1792 liegt Pleyel einsam an der Spitze mit 481 Werken. Haydn kommt auf 134, Mozart auf 83 Veröffentlichungen.
Heute kennt man Pleyel allenfalls noch als Komponisten von Anfängerliteratur für den Geigenunterricht, und man hat vielleicht einmal gehört, daß in Paris einer der berühmtesten Konzertsäle der Welt "Salle Pleyel" heißt.