Meister des Quartetts
Das Pleyel Quartett Köln begeisterte mit Musik von Pleyel, Mozart, Haydn und Boccherini im Schloss Niederleiss.
Niederösterreichische Nachrichten, 27/2010
Vergessene Kompositionen voller Feuer
… Die Musik des ersten Satzes von August Klughardts Klavierquintett g-moll brachte den eng bestuhlten Raum zum Kochen. Der mündet nämlich aus einem sentimentalen "Lento" in ein minutenlanges "Allegro con fuoco". Und das trieben die vier Musiker auf ihren Saiteninstrumenten mit Schnelligkeit, Kraft und Lautstärke voran. Angepeitscht von Tobias Kochs gewaltigen Akkorden und schnellen Trillern am Konzertflügel.
Auf alten Instrumenten mit Darmsaitenbespannung spielte das Kölner Pleyel-Quartett vorneweg das Streichquartett Nr. 1, F-Dur von August Klughardt. Das Quartett zeigte schon bei der Eröffnung des Konzertabends in einem tollen Zusammenspiel die schillernden Ideen des vergessenen Komponisten.
Kölnische Rundschau, 24.02.10
Drei der zwölf "Preußischen Quartette" sind auf dieser CD in mustergültigen Interpretationen zu erleben... Das Erstaunliche beim Hören dieser Aufnahme liegt darin, wie gut es dem Kölner Quartett gelingt, seine Überzeugtheit von Pleyels kompositorischer Qualität in die Wiedergabe einfließen zu lassen... Die für ihn spezifische, technisch anspruchsvolle Klangfarben-Dramaturgie wird von "seinem" Quartett derart virtuos zum Leuchten gebracht, dass nicht der leiseste Gedanke an gefällige Gebrauchsmusik auftaucht. Solche Anwälte möchte man auch anderen, zu Unrecht im Schatten stehenden Komponisten dieser Zeit wünschen. Der nächste Schatzfund der "Pleyels" darf also mit Spannung erwartet werden... Künstlerische Qualität: 10 von 10 Punkten
Klassik-heute, Richard Eckstein
The Pleyel Quartet Köln here offers elegant period-instrument performances of three of Pleyel's twelve 'Prussian' quartets…
These players deliver the allegros with fire and virtuosity, and revel in the concertante nature of Pleyel's part-writing. They bring an ideal warmth and lyricism to their readings and shape the slow movements with affection, conveying a sure sense of line. They find the right degree of breadth and expressiveness in the Amoroso of the D major Quartet, and bring to the variation movement of the F major such a range of character and expression that repeated passages provoke fresh nuances in phrasing, dynamics and, often, embellishment. The gravity, inwardness and rhetorical power of the G minor Quartet are particularly well conveyed.
The recording is commendable in providing the requisite intimacy of ambience…
Doubting purchasers would do well to heed Mozart's view (1784) of Pleyel's op.1 quartets, expressed to his father: "You will find them worth the trouble," he wrote. "They are very well written and most pleasing to listen to."
The Strad, Dez. 08, Robin Stowell
Mit ihrer Namenswahl haben die Musiker des Pleyel-Quartetts ein deutliches Zeichen gesetzt: Der Österreicher Ignaz Pleyel ist für sie keine Randerscheinung, sondern ein wichtiger Komponist, der eine erheblich größere Aufmerksamkeit verdient, als sie ihm bisher zuteil wird. Diese Einschätzung wird durch die Aufnahme von dreien seiner insgesamt 57 Streichquartette sehr eindrucksvoll bestätigt. Denn sie zeugt von einem eigenen, reizvollen und so gar nicht epigonalen Tonfall... Die Mitglieder des Pleyel-Quartetts beleben die zu unrecht vernachlässigten Stücke mit einer äußerst feingliedrig artikulierten, reich ausdifferenzierten und gleichzeitig wunderbar beseelten Darbietung.
Fono Forum, Sept. 08, Marcus Stäbler
This German string quartet on period instruments delivers three magically transparent, supremely elegant readings of three compositions by Joseph Haydn student Ignaz Pleyel.
TheStar.com, Toronto, John Terauds
Die vier Musiker gehen in ihrer Ausführung erstaunlich unspektakulär zu Werke. Sie verzichten auf jegliche temporeiche Effekt-Hascherei, die uns heute – gerade im Bereich der historischen Aufführungspraxis – so gerne als überschäumendes Temperament verkauft wird, oft aber doch nur interpretatorische Leere verschleiern helfen soll.
Das mutige Understatement der musikalischen Ausführung vereinigt sich ganz wunderbar mit der kompositorischen Struktur der "Preußischen Quartette". Auch hier sucht man vergeblich jeden Anflug marktschreierischer Zurschaustellung. Stattdessen die Kunst der zarten und beseelten Töne, die die Werke erst in ihrer ganzen stillen Größe offenbaren.
Die CD bietet also eine gute Gelegenheit, sich der kammermusikalischen Königsdisziplin " Streichquartett" vorurteilsfrei und außerhalb der ausgetretenen Pfade zu nähern. Wer es also leid ist, immer wieder die gleichen Streichquartette der berühmten Klassiker in ausgeklügelter anderer Interpretation zu hören, der freut sich bestimmt über diese selten zu hörenden Werke. Und wer mit der Gattung Streichquartett bislang wenig Kontakt hatte, wird hier einen guten Einstieg finden.
WDR3 Tonart, Christoph Prasser
Der insgesamt weiche, delikate Tonfall der Quartette ist bei den Musikern in besten Händen: Die Mitglieder des Pleyel-Quartetts spielen auf historischem Instrumentarium und nutzen den feinen Klang für eine im wahrsten Sinne des Wortes zart besaitete Interpretation.
NDR Kultur, CD-Neuheiten
In their first CD, the Pleyel Quartett Köln gives us a very convincing rendition of three of these works, belonging to a set dedicated to the king of Prussia, Frederick William II. The king (an enthusiastic cellist) must have been quite happy with this gift. The pieces are very well crafted, full of inventive melodic solutions and dramatic harmonic configurations. The Pleyel Quartett plays with real gusto, displaying a willingness to dive head first into this rich material. The four members of the group have equally impressive technical skills, and they match each other in tone quality and musical conception as well. The ensemble is tight and agreeable, and the interpretation, though not particularly innovative or theatrical, is certainly playful where it should be, and lyrical where it matters. If you do not know this excellent composer, here is a golden opportunity to see what it was that captivated two of the best composers of all times (Mozart and Haydn).
Laura Rónai, Early Music America
Das Pleyel Quartett Köln setzt sich aus Musikern zusammen, die langjährige Erfahrung in Ensembles der Alten Musik gesammelt haben. Sie spielen klangschön, virtuos, mit sauberer Intonation und homogen zusammen. Auch das informative Booklet macht auf eine Fortsetzung der noch ausstehenden restlichen "Preußischen Quartette" neugierig.
rbb-kulturradio, Cornelia Schönberg
In guter Tonqualität besticht das Ensemble durch eine jederzeit präzise und homogene Intonation. Auch die stets klare und durchdachte Phrasierung wird der durchaus vorhandenen, die Ausbildung beim 'Großmeister' des Streichquartetts (Haydn) verratenden, melodischen und thematischen Vielfalt gerecht. Das Spiel der vier Musiker wirkt durchgehend energiegeladen und hellwach.
klassik.com, Thomas Gehring
The influence of Joseph Haydn is clear in these string quartets by his student Ignaz Pleyel, and yet there is a lightness and freshness about Pleyel's music that is all his own. He can probably be fairly criticized for excessive lightness sometimes, but there's something to be said for pleasant music, especially when it's composed with as much attention to structural detail and played with as much gentle affection as the Pleyel Quartett Köln gives these works. This disc may not be an essential purchase for every library, but it's difficult to imagine anyone listening without loving it immediately.
CD-Hotlist: New releases for libraries, Rick Anderson
Mit seiner Debutaufnahme hält das Kölner Pleyel-Quartett ein sehr engagiertes Plädoyer für die Musik des Namensgebers und fördert dabei ihren sehr eigenen Stil zutage. Pleyel betört mit sanglichen Melodien, überraschenden Farbwechseln und einer virtuosen Eleganz, die ihre italienischen Einflüsse nicht verleugnet. So entfalten die Werke schon bei der Erstbegegnung einen großen Reiz - was nicht zuletzt auch der differenzierten, sorgsam artikulierten und lebendigen Interpretation zu danken ist.
Stuttgarter Zeitung
Combined with the period instruments, obvious academic talents, and passion for neglected works, the quartet also brings refined technical skills and deep musical understanding of compositions of this time period. Intonation is clean and precise throughout, and the ensemble's sound quality is warm but transparent.
All Music Guide, USA, Mike D. Brownell
Entdeckung, Konzert Pleyel-Quartett in Bonn
Sein Recital eröffnete das Quartett natürlich mit einem Werk Pleyels, einem Es-Dur-Quartett von ausgesprochen charmantem und witzigem Gestus, was alles sehr hübsch nachgezeichnet wurde... Sehr genau und differenziert kamen die fast modern-kühnen Sekund- und Septalterationen des einleitenden Adagios von Mozarts C-Dur-Quartett, aber auch die zärtliche Schönheit des Andante cantabile... Großartiger Programmschluss dann mit Beethovens erstem der Rasumowsky-Quartette op. 59, 1 F-Dur von 1806. Hier kamen in ganz besonderem Maße die einzelnen Instrumente, aber auch das Duo- und Gruppenspiel wunderbar zur Geltung.
General-Anzeiger Bonn, Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Muziek-Biennale Niederrhein 2008
...kraftvolles, lebhaftes und ausdrucksstarkes Musizieren mit reizvollen Übergängen... äußerste Präzision bis in die feinsten Details...
Rheinische Post, Hans Rühl